4. MAX FRISCH UND DIE TAGEBUCH-LITERATUR DER 1950er JAHRE

Die existenzphilosophische Literatur der 1930er Jahre mündet mit innerer Logik in die Tagebuchform. In den 1950er Jahren häufen sich literarische Tagebuchtexte älterer Autoren. Sobald diese Form aber zugespitzt und nicht nur gedanklich, sondern eben auch in der literarischen Form selbst reflektiert wird, deutet sich der Umschlag an in ein neues literarisches Paradigma: In dessen Zentrum steht „das Schreiben“ und eine absolut gesetzte Subjektivität, die sich selbst erst im Schreiben hervorbringt. Im Zentrum dieses Kapitels steht der erste Text, der diesen Schritt zum Nachkriegsmodernismus vollzieht: Max Frischs Tagebuch 1946 – 1949. Es wird in Beziehung gesetzt zu diaristischen Texten von Hermann Hiltbrunner, Marie Luise Kaschnitz, Karl Krolow und Walter Bauer.

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