2. SUBJEKT, ENTFREMDUNG, MODERNE: DIE PRÄMISSEN DER NEOMODERNISTISCHEN LITERATUR (1950 – 2000)

Die Literatur des Neomodernismus kreist um „das Schreiben“, in dem eine zugleich leere und absolut gesetzte Subjektivität sich selbst hervorbringt. Ausgangspunkt ist eine grundlegende, scheinbar paradoxe Denkfigur: Gerade weil das Subjekt in der Moderne heillos entfremdet erscheint (nach Auschwitz, nach der Atombombe, nach dem Triumph der trivialen Kulturindustrie), eröffnet sich durch diese totale Entfremdung der Raum für eine absolute Subjektivität, die sich im Schreiben verwirklicht. Die Diaristik ist quasi der implizite Ausgangs- und Fluchtpunkt dieser Literatur.

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